Ferien-Jobs unter der Lupe

Beschäftigung von Schülern ist genau geregelt

 

Wer in den Ferien Schüler beschäftigen will, muss die strengen Regelungen des Jugendarbeitsschutzgesetzes und der Kinderarbeitsschutzverordnung beachten. Für Kinder bis 13 Jahre besteht generelles Beschäftigungsverbot. Kinder über 13 Jahre dürfen mit Zustimmung ihrer Eltern täglich zwischen 8:00 Uhr und 18:00 Uhr für maximal zwei Stunden leichte Tätigkeiten, wie Zeitungen austragen, Einkaufen gehen oder Haustiere betreuen, ausüben (in landwirtschaftlichen Familienbetrieben bis zu drei Stunden täglich). Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahren dürfen während der Ferien ausnahmsweise pro Tag bis zu acht Stunden (40 Stunden in der Woche) beschäftigt werden. Diese Ausnahmeregelung ist auf höchstens vier Wochen im Kalenderjahr begrenzt. Während der Erntezeit in der Landwirtschaft dürfen Jugendliche über 16 Jahre bis zu neun Stunden täglich beschäftigt werden, höchstens 85 Stunden innerhalb von 14 Tagen.

Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträge fallen an

Auch Beschäftigungsverhältnisse mit Jugendlichen sind grundsätzlich lohnsteuer- und sozialversicherungspflichtig. Dennoch gibt es einige Besonderheiten, die für den Schüler und den Arbeitgeber vorteilhaft sein können.

  • Schüler als Mini-Jobber

Jugendliche können als Mini-Jobber mit einem monatlichen Bruttolohn von maximal 450 Euro beschäftigt werden. Bei Mini-Jobs zahlt die Firma die pauschalen Abgaben zur Sozialversicherung und regelmäßig auch die pauschale Lohnsteuer in Höhe von 2 %, der beschäftigte Schüler in der Regel nur Beiträge zur Rentenversicherung (derzeit 3,7 %). Wird die Befreiung von der Rentenversicherungspflicht beantragt, kann der Lohn ungekürzt ausgezahlt werden.

Hinweis

Der Antrag auf Befreiung von der Rentenversicherungspflicht muss bei Minderjährigen zwingend vom Erziehungsberechtigten unterschrieben werden. 

  • Ferien-Job als kurzfristige Beschäftigung

Kurzfristige Beschäftigungen liegen vor, wenn sie zeitlich befristet sind (nicht mehr als drei Monate oder insgesamt 70 Arbeitstage im Kalenderjahr) und nicht berufsmäßig ausgeübt werden. Bei einem Arbeitsentgelt von nicht mehr als 450 Euro pro Monat ist eine Beschäftigung grundsätzlich nicht berufsmäßig. Kurzfristige Beschäftigungen sind versicherungsfrei, werden aber normal besteuert. Der Arbeitgeber kann das Arbeitsentgelt jedoch pauschal mit 25 % zzgl. Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer versteuern. Voraussetzung ist, dass der Schüler nicht mehr als 18 Tage zusammenhängend arbeitet und je Arbeitstag durchschnittlich nicht mehr als 68 Euro verdient.

  • Schüler als normaler Arbeitnehmer

Übersteigt das Arbeitsentgelt 450 Euro und liegt auch kein kurzfristiges Beschäftigungsverhältnis vor, wird der Arbeitslohn normal versteuert, meist nach Steuerklasse 1. Für den Lohnsteuerabzug muss der Arbeitgeber die ELStAM des Schülers abrufen. Hinzu kommen Sozialversicherungsbeiträge. Schüler sind versicherungspflichtig in der Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung, nicht jedoch in der Arbeitslosenversicherung.

Hinweis

Sind Schüler zwischen dem Ende ihrer Schulausbildung und einer Berufsausbildung oder einem freiwilligen sozialen Jahr bzw. dem Bundesfreiwilligendienst kurzfristig beschäftigt, liegt eine berufsmäßige, sozialversicherungspflichtige Beschäftigung vor. Anders ist es zwischen Schulabschluss und Studium. Dann ist die kurzfristige Beschäftigung versicherungsfrei.

Verschärfte Aufzeichnungspflichten auch für Ferienjobs

Die Arbeitszeiten müssen bei allen Ferien-Jobbern mit Beginn, Ende und Dauer aufgezeichnet werden, wenn sie als Mini-Jobber, kurzfristig oder beispielsweise in der Gastronomie bzw. Landwirtschaft beschäftigt werden. Für spätere Betriebsprüfungen sollten Firmen u. a. die Schulbesuchsbescheinigung, die Arbeitszeitnachweise, die Bestätigung über das Vorliegen bzw. Nichtvorliegen einer weiteren Beschäftigung sowie Nachweise und Erklärungen für geringfügig Beschäftigte aufbewahren.

Mindestlohn ist an Alter geknüpft

Jugendlichen unter 18 Jahren und ohne Berufsausbildung muss kein Mindestlohn gezahlt werden. Wer über 18 Jahre alt ist, hat dagegen Anspruch auf ein Entgelt in Höhe von derzeit mindestens 8,50 Euro pro Stunde.

Tipp

Auch Schüler können Werbungskosten und Sonderausgaben geltend machen. Falls ihre steuerpflichtigen Einkünfte den Grundfreibetrag von derzeit 8.652 Euro nicht übersteigen, müssen sie überhaupt keine Einkommensteuer zahlen. Firmen sollten daher in solchen Fällen auch bei Mini-Jobs oder kurzfristigen Beschäftigungen die individuelle Lohnsteuer ermitteln. Fällt zunächst Lohnsteuer an, wird diese im Rahmen der Veranlagung erstattet. Der Arbeitgeber kann so die pauschale Lohnsteuer von 2 % bzw. 25 % sparen.

(Stand: 18.07.2016)

Wir sind gerne für Sie da

AGRAR-DIENST
Steuerberatungsgesellschaft mbH

Rizzastraße 51
56068 Koblenz Rheinland-Pfalz Deutschland

Tel.: Work(0261) 9124200
Fax: Fax(0261) 9124244 AGRAR-DIENST Koblenz
E-Mail: 

Steuerberater Koblenz
alle Kontaktdaten

Steuerberater AGRAR-DIENST Koblenz

 ETL Qualitätskanzlei: Steuerberater AGRAR-DIENST Koblenz

European Tax & Law

Ein Unternehmen der ETL-Gruppe
Mehr Infos auf www.ETL.de

 

Unsere Kanzleibroschüre

Kanzleibroschüre Steuerberater Koblenz
Broschüre herunterladen

 

Entdecken Sie
die Welt von ETL

 
ETL-Gruppe
Regional verbunden, global vernetzt
ETL-Rechtsanwälte
Mehr als 300 Rechtsanwälte auf Ihrer Seite
Kanzlei Voigt
Spezialisierte Rechtsberatung im Verkehrsrecht
ETL Wirtschaftsprüfung
Lösungen für erfolgreiche Unternehmer
ETL Unternehmensberatung
Existenzgründung bis Unternehmensnachfolge
felix1.de
Online-Steuerberatung
ETL Global
Internationale Beratung
ETL Gesundheitswesen
Spezialisierte Beratungen für den Gesundheitsmarkt
ETL ADHOGA
Steuerberatung für Hotellerie und Gastronomie
ETL Franchise
Steuerberatung für Franchise-Nehmer und Franchise-Geber
ETL Personal-Kompetenzcenter
Für ein erfolgreiches Personalmanagement
ETL Agrar & Forst
Steuerberatung für Land- und Forstwirte
ETL Profisport
Beratung für Profisportler aller Disziplinen
ETL SFS
Steuerberatung für Senioren
 
×