Lohnbuchhaltung wird immer komplexer

Melde- und Bescheinigungspflichten nehmen zu

 

Lohnbuchhaltung ist viel mehr als pure Nettolohnberechnung. Daher sollte der Aufwand, der mit einer Lohnabrechnung zusammenhängt, nicht unterschätzt werden.

Stammdatenerfassung

Bevor Löhne erstmals gerechnet werden können, sind die Stammdaten des Arbeitgebers und des Arbeitnehmers zu erfassen. Die wichtigsten Daten des Arbeitgebers sind die Betriebs- und Steuernummer sowie die Mitgliedsnummer des Unfallversicherungsträgers, gegebenenfalls müssen diese Daten noch beantragt werden.

Vom Arbeitnehmer sind die persönlichen Daten abzufragen, die elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale (ELStAM) online bei der Finanzverwaltung abzurufen und die Sozialversicherungsdaten zu erfassen. Jeder Arbeitnehmer muss bei der von ihm gewählten Krankenkasse im elektronischen Verfahren angemeldet werden. Für Arbeitnehmer in bestimmten Branchen, z. B. in der Gastronomie und in der Baubranche, ist bei Beschäftigungsaufnahme eine Sofortmeldung zu übermitteln. Bei Gesellschafter-Geschäftsführern und Angehörigen muss meist noch ein Statusfeststellungsverfahren eingeleitet werden, um zu klären, ob sie sozialversicherungspflichtig sind.

Monatliche Lohnabrechnung

Jeden Monat sind für alle Arbeitnehmer die vertraglich vereinbarten Entgelte, geleistete Arbeitsstunden, zusätzliche Sachbezüge, Zuschläge für Nacht-, Sonn- und Feiertagsarbeit, Überstunden sowie Krankheitstage zu erfassen und abzurechnen. Dazu müssen nicht nur die Lohnsteuer und die Arbeitnehmer-bzw. Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung ermittelt und abgeführt werden.

Zudem sind die vom Arbeitgeber zu zahlenden Umlagen für die Erstattung von Lohnfortzahlungen im Krankheitsfall (U1) und bei Mutterschaft (U2) sowie die Insolvenzgeldumlage zu ermitteln und abzuführen. Die Lohnsteueranmeldung an das Finanzamt und die Beitragsmeldungen an die Krankenkassen sowie an die Minijob-Zentrale, falls auch geringfügig entlohnte Arbeitnehmer beschäftigt werden, sind elektronisch zu übermitteln.

Jahresmeldungen

Einmal jährlich ist für jeden Arbeitnehmer eine elektronische Lohnsteuerbescheinigung auszustellen, die elektronisch an das Finanzamt zu übertragen ist. Dies ist auch nötig, wenn ein Arbeitnehmer das Unternehmen verlässt. An die Sozialversicherungsträger bzw. Berufsgenossenschaften sind Jahresmeldungen bzw. jährliche Entgeltnachweise per  Datenfernübertragung zu übermitteln. Darüber hinaus sind seit 2016 die unfallversicherungspflichtigen Arbeitsentgelte mit einer UV-Jahresmeldung an die Sozialversicherungsträger zu melden. Doch damit nicht genug: Ab 2017 fordert die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung die kumulierten Jahresentgelte mit einem elektronischen Direktlohnnachweis. Hinzu kommen Strukturerhebungen der Statistischen Landesämter und das REHADAT-Anzeigeverfahren zur Anzahl der beschäftigten Schwerbehinderten.

Bescheinigungen für den Arbeitnehmer

Arbeitnehmer haben nicht nur Anspruch auf ihren Lohnzettel. Um Arbeitslosen- oder Übergangsgeld, Hartz IV-Grundsicherung oder Wohngeld zu erhalten, müssen Arbeits- oder Verdienstbescheinigungen vorgelegt werden.  Familienkassen fordern Ausbildungsbescheinigungen an, um den Kindergeldanspruch der Eltern zu prüfen. Aber auch für die Krankenkassen muss die Lohnabteilung eine Vielzahl von Bescheinigungen erstellen. Hierzu gehören insbesondere die Anträge auf Erstattung der Aufwendungen für die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall bzw. bei Mutterschaft, Entgeltbescheinigungen für das Mutterschaftsgeld sowie für Kranken-, Verletzten- und Übergangsgeld.

Lohn- und Gehaltspfändung

Zur Lohnabrechnung gehört auch, dass für einen verschuldeten Arbeitnehmer das pfändbare Gehalt ermittelt wird, die pfändbaren Anteile des Arbeitseinkommens an den Gläubiger abgeführt werden und das verbleibende monatliche Mindesteinkommen an den Arbeitnehmer ausgezahlt wird. Die Pfändungsberechnungen sowie die Berechnung des  unterhaltsrelevanten Arbeitseinkommens sind zwingend nach den jeweils aktuellen Vorschriften der  Zivilprozessordnung vorzunehmen.

Baulohn mit Tücken

Unternehmen in der Baubranche stellen für die Lohnabrechnung eine besondere Herausforderung dar. Durch das verpflichtende Sozialkassenverfahren (SOKA-BAU) gibt es bei der Baulohn-Abrechnung Besonderheiten hinsichtlich von Regelungen zum Urlaub, zu Arbeitszeitkonten und Ausgleichszeiten sowie bei der Beantragung von Saison-Kurzarbeitergeld.

Tipp

Wir übernehmen Ihre Lohnbuchhaltung und begleiten Sie bei Prüfungen der Sozialversicherungsträger, bei Lohnsteueraußenprüfungen und einer Lohnsteuernachschau. Die monatlichen Auswertungen stellen wir Ihnen über unser webbasiertes Unternehmerportal ETL PISA zur Verfügung.

(Stand: 25.04.2016)

Wir sind gerne für Sie da

AGRAR-DIENST
Steuerberatungsgesellschaft mbH

Rizzastraße 51
56068 Koblenz Rheinland-Pfalz Deutschland

Tel.: Work(0261) 9124200
Fax: Fax(0261) 9124244 AGRAR-DIENST Koblenz
E-Mail: 

Steuerberater Koblenz
alle Kontaktdaten

Steuerberater AGRAR-DIENST Koblenz

 ETL Qualitätskanzlei: Steuerberater AGRAR-DIENST Koblenz

European Tax & Law

Ein Unternehmen der ETL-Gruppe
Mehr Infos auf www.ETL.de

 

Unsere Kanzleibroschüre

Kanzleibroschüre Steuerberater Koblenz
Broschüre herunterladen

 

Entdecken Sie
die Welt von ETL

 
ETL-Gruppe
Regional verbunden, global vernetzt
ETL-Rechtsanwälte
Mehr als 300 Rechtsanwälte auf Ihrer Seite
Kanzlei Voigt
Spezialisierte Rechtsberatung im Verkehrsrecht
ETL Wirtschaftsprüfung
Lösungen für erfolgreiche Unternehmer
ETL Unternehmensberatung
Existenzgründung bis Unternehmensnachfolge
felix1.de
Online-Steuerberatung
ETL Global
Internationale Beratung
ETL Gesundheitswesen
Spezialisierte Beratungen für den Gesundheitsmarkt
ETL ADHOGA
Steuerberatung für Hotellerie und Gastronomie
ETL Franchise
Steuerberatung für Franchise-Nehmer und Franchise-Geber
ETL Personal-Kompetenzcenter
Für ein erfolgreiches Personalmanagement
ETL Agrar & Forst
Steuerberatung für Land- und Forstwirte
ETL Profisport
Beratung für Profisportler aller Disziplinen
ETL SFS
Steuerberatung für Senioren
 
×