Neuregelung beim Elterngeld ab 2013

Vereinfachte Berechnung führt zur Kürzung von Elterngeld

 

Angesichts der niedrigen Geburtenraten versucht die Bundesregierung mit Sozialleistungen und steuerlichen Erleichterungen, Familien mit Kindern zu fördern. So wurde im Jahr 2007 das Elterngeld eingeführt. Anspruch auf Elterngeld haben Eltern, die zeitweise keiner Erwerbstätigkeit nachgehen oder nur eine Teilzeitbeschäftigung von max. 30 Wochenstunden ausüben, um ihre Kleinstkinder zu Hause zu betreuen. Das Elterngeld soll das wegfallende Erwerbseinkommen ersetzen und sollte daher auch zeitnah nach der Geburt gezahlt werden. Doch komplizierte und aufwendige Berechnungen verhinderten dies bisher. Mit einem Gesetz zur Vereinfachung des Elterngeldvollzugs sollen nun lange Wartezeiten auf Auszahlung des Elterngeldes verkürzt werden. Doch das Ganze hat einen Haken. Die Vereinfachung kann in einigen Fällen dazu führen, dass weniger Elterngeld gezahlt wird.

Elterngeldberechnung für nach dem 31. Dezember 2012 geborene Kinder

Das Elterngeld knüpft unverändert an das bisher erzielte Erwerbseinkommen an und beträgt zwischen 65 % und 67 % des durchschnittlich erzielten Nettoeinkommens in den letzten 12 Monaten vor der Geburt des Kindes, maximal 1.800 EUR pro Monat. Der Höchstbetrag wird somit ab einem nach dem Elterngeldgesetz ermittelten (Netto-)Erwerbseinkommen von 2.770 EUR gezahlt.

Wenn das Nettoeinkommen des zu Hause bleibenden Elternteils vor der Geburt des Kindes unter 1.000 EUR liegt, steigt der Prozentsatz schrittweise von 67 % auf 100 %. Aber auch Eltern, die weniger oder kein Einkommen vorweisen können, werden unterstützt. Sie erhalten mindestens 300 EUR monatlich (sogenannter Sockelbetrag). Bei Mehrlingsgeburten erhöht sich das Elterngeld für das zweite und jedes weitere Kind um je 300 EUR monatlich. Zusätzliche Einkünfte, das nachgeburtliche Mutterschaftsgeld sowie einkommensabhängige Sozialleistungen, wie z. B. das Arbeitslosengeld oder Wohngeld werden allerdings auf das Elterngeld angerechnet und mindern dieses.

Das Elterngeld wird aus dem lohnsteuerpflichtigen Bruttoeinkommen der letzten 12 Monate vor der Geburt des Kindes bzw. den durchschnittlichen monatlichen Gewinnen ermittelt. Als Nachweis dienen die Gehaltsbescheinigungen bzw. der Einkommensteuerbescheid. Aus dem Bruttoeinkommen wird ein fiktives Nettoeinkommen errechnet. Zur Vereinfachung werden nicht die tatsächlich gezahlten Steuern und Sozialabgaben, sondern pauschaliert ermittelte Werte abgezogen.

Die Abzüge für die (Lohn)Steuer, den Solidaritätszuschlag (5,5 %) und ggf. Kirchensteuer (8 %) basieren auf dem gesetzlich normierten Programmablauf für die maschinelle Einkommensteuerberechnung unter Berücksichtigung der Lohnsteuerklasse und von Kinderfreibeträgen bzw. einem Behindertenfreibetrag. Soweit Sozialversicherungspflicht besteht, werden 9 % des Bruttoeinkommens für Kranken- und Pflegeversicherung, 10 % für Rentenversicherung und 2 % für die Arbeitslosenversicherung abgezogen. In welcher Höhe tatsächlich Beiträge gezahlt wurden, spielt keine Rolle. Einnahmen aus Minijobs werden nicht um pauschale Sozialabgaben gekürzt. Und auch bei Unternehmern, die nicht gesetzlich pflichtversichert sind, unterbleibt eine Kürzung um pauschale Beiträge zur Sozialversicherung.

Pauschalierte Abzüge mindern das Elterngeld

Durch den pauschalierten Abzug von Steuern werden individuelle Besteuerungsmerkmale bei der Berechnung des Elterngeldes nur noch teilweise berücksichtigt. So wirken sich auf der Lohnsteuerkarte eingetragene Freibeträge, z. B. für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte oder eine doppelte Haushaltsführung nicht mehr aus. Auch durch einen gezielten Wechsel der Steuerklasse lässt sich das Elterngeld nur noch in wenigen Fällen steigern. Künftig gilt die Steuerklasse, die der zu Hause bleibende Elternteil in den letzten zwölf Monaten vor der Geburt des Kindes am längsten hatte. Das bedeutet: Ein Wechsel von der Lohnsteuerklasse IV oder V in die günstigere Klasse III lohnt sich nur noch, wenn der Steuerklassenwechsel mindestens sieben Monate vor Geburt des Kindes stattfindet. Auch die pauschalierten Abzüge von Sozialversicherungsbeiträgen verringern das Elterngeld, denn die festen Pauschalsätze in Höhe von 21 % liegen rund einen halben Prozentpunkt über den gegenwärtigen Beitragssätzen. Dadurch verringert sich das monatliche Elterngeld um bis zu 10 EUR.

Hinweis

Auch die vereinfachte Berechnung ist noch sehr komplex. Die ETL-Steuerberater unterstützen Sie gern und ermitteln für Sie auch die Höhe Ihres Elterngeldes. Sprechen Sie uns an!

(Stand: 18.09.2012)

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