Sommer, Sonne und Sommerfest

110-Euro-Freibetrag bei Betriebsveranstaltungen gilt nicht in der Umsatzsteuer

 

Ein Sommerfest mit Mitarbeitern und Kollegen ist in vielen Unternehmen bereits eine schöne Tradition geworden. Doch immer feiert auch der Fiskus mit, denn alle Aufwendungen für eine solche Feier sind grundsätzlich lohnsteuerpflichtiger Arbeitslohn für die teilnehmenden Mitarbeiter. Aus Vereinfachungsgründen sind Betriebsveranstaltungen aber bis zu einem Betrag von 110 Euro pro Mitarbeiter und Veranstaltung die Aufwendungen lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei, maximal für zwei Betriebsveranstaltungen pro Jahr. Seit 2015 sind die 110 Euro ein Freibetrag, so dass nur der übersteigende Betrag als Arbeitslohn zu berücksichtigen ist. Der Freibetrag wird pro Mitarbeiter und nicht pro Teilnehmer gewährt. Dies ist zu beachten, wenn auch Familienangehörige der Mitarbeiter zum Sommerfest eingeladen sind. Bei der Überprüfung inwieweit der Freibetrag eingehalten oder überschritten wurde, sind zunächst alle Kosten für die Feier zu ermitteln und auf die Mitarbeiter umzulegen. Doch hier darf keine pauschale Abwälzung auf alle Mitarbeiter, unabhängig ob sie mit oder ohne Begleitung zum Fest erschienen sind, erfolgen. Der auf die Begleitung entfallende Teil ist den jeweiligen Mitarbeitern zu zuordnen. Im Ergebnis sind Mitarbeitern, die in Begleitung zum Fest kommen, die doppelten Aufwendungen zuzurechnen und dies kann zur Überschreitung des Freibetrags führen.

Beispiel

Zum Sommerfest kommen alle acht Mitarbeiter. Zwei erscheinen in Begleitung ihrer Partnerin bzw. ihres Partners. Die Gesamtkosten für das Sommerfest betragen 800 Euro, d. h. pro Teilnehmer 80 Euro. Vor der Überprüfung, ob der Freibetrag eingehalten wurde, sind die Kosten auf die Mitarbeiter zu verteilen. Danach wurden für sechs Mitarbeiter je 80 Euro aufgewendet und für zwei Mitarbeiter je 160 Euro. Damit ist der Freibetrag von 110 Euro bei zwei Mitarbeitern überschritten und die Aufwendungen sind für diese beiden Arbeitnehmer jeweils in Höhe von 50 Euro (160 Euro – 110 Euro) lohnsteuer- und sozialversicherungspflichtig.

Pauschalierung der Lohnsteuer mit 25 %

Der den Freibetrag übersteigende Anteil ist grundsätzlich individuell beim einzelnen Mitarbeiter lohnsteuerlich- und sozialversicherungspflichtig zu berücksichtigen. Dies kann vermieden werden, wenn der Unternehmer die Pauschalierung mit 25 % Lohnsteuer und 5,5 % pauschaler Kirchensteuer wählt. Diese Entscheidung führt dann auch zur Sozialversicherungsfreiheit.

In der Umsatzsteuer gilt eine Freigrenze von 110 Euro

Für viele Aufwendungen für die Betriebsveranstaltungen werden Umsatzsteuerbeträge in Rechnung gestellt. Doch diese sind nicht in jedem Fall als Vorsteuerbeträge abzugsfähig. Während die 110 Euro in der Einkommensteuer ein Freibetrag sind, handelt es sich aus der Sicht der Umsatzsteuer nur um eine Freigrenze. Der kleine aber feine Unterschied bedeutet, dass die Vorsteuerbeträge damit entweder ganz oder gar nicht abzugsfähig sind. Nur wenn die Wertgrenze von 110 Euro pro Mitarbeiter und Veranstaltung nicht überschritten wird, kann von einer begünstigten Zuwendung im überwiegend unternehmerischen Interesse des Arbeitgebers ausgegangen werden. Ist der Unternehmer zum Vorsteuerabzug berechtigt, so kann er dann auch aus den Aufwendungen für die Betriebsveranstaltung die Vorsteuer geltend machen. Doch wird die Freigrenze auch nur um wenige Cents überschritten, so ist der Vorsteuerabzug vollständig gestrichen, soweit es sich um Leistungen handelt, die von vornherein für das Sommerfest oder eine andere Betriebsveranstaltung bezogen wurden.

(Stand: 27.06.2016)

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