Strenge Regelungen für Gesellschafter- Geschäftsführer

 

 

Bei kleinen und mittelständischen Unternehmen ist die GmbH eine der beliebtesten Rechtsformen. Die Geschäftsführung der GmbH übernehmen angestellte Fremdgeschäftsführer, ein oder mehrere Mitgesellschafter oder der Alleingesellschafter (Ein-Mann-GmbH). Die Geschäftsführer können nach Sozialrecht sozialversicherungspflichtig beschäftigt (Fremdgeschäftsführer) oder sozialversicherungsfrei (beherrschender Gesellschafter als Geschäftsführer) sein. Minderheitsgesellschafter als Geschäftsführer sind in der Regel sozialversicherungspflichtig. Inwieweit Stimmrechtsbindungsvereinbarungen daran etwas ändern können, ist strittig. Sicherheit bietet nur ein Statusfeststellungsverfahren.

Keine Umlagen U1 und U2 für Geschäftsführer

Arbeitgeber zahlen für ihre Arbeitnehmer Beiträge zur U1 (wenn regelmäßig nicht mehr als 30 Mitarbeiter beschäftigt werden) und zur U2. So können sie bei Lohnfortzahlungen im Krankheitsfall und während des Mutterschutzes die finanzielle Belastung teilweise durch Kostenerstattungen im Ausgleichsverfahren mindern. Für Geschäftsführer einer GmbH gilt dies nicht, denn entscheidend ist ihr arbeitsrechtlicher Status. Danach sind sogar sozialversicherungspflichtige Fremdgeschäftsführer keine Arbeitnehmer. Insofern sind auch keine Umlagen zu zahlen.

Gesellschafter-Geschäftsführer sind keine Mini-Jobber

In der Gründungsphase kleiner Unternehmen können oftmals keine üppigen Geschäftsführergehälter gezahlt werden. Beträgt das monatliche Entgelt nicht mehr als 450 Euro, liegt grundsätzlich eine geringfügige Beschäftigung (Mini-Job) vor. Das monatliche Arbeitsentgelt kann dann der Pauschsteuer von 2 % unterworfen werden, sofern der Arbeitgeber für das Mini-Job- Entgelt 15 % pauschale Beiträge zur Rentenversicherung zahlt. Werden keine pauschalen Beiträge entrichtet, kann das Entgelt mit 20 % pauschal besteuert werden. Bei beherrschenden Gesellschafter-Geschäftsführern (Beteiligung am Unternehmen mehr als 50 %) ist diese Lohnsteuerpauschalierung nach Auffassung mehrerer Finanzgerichte nicht zulässig, da diese nicht rentenversicherungspflichtig sind. Nun muss der Bundesfinanzhof entscheiden.

Verdeckte Gewinnausschüttungen sind vermeidbar

Die Geschäftsführergehälter sind bei der GmbH grundsätzlich als Betriebsausgaben abziehbar und beim  Geschäftsführer lohnsteuerpflichtig, auch wenn er beherrschender Gesellschafter- Geschäftsführer ist. Das Finanzamt stellt jedoch hohe Anforderungen an die Vergütungsvereinbarungen mit einem beherrschenden Gesellschafter- Geschäftsführer. Sie müssen

  • schriftlich dokumentiert,
  • von der Gesellschafterversammlung beschlossen,
  • im Voraus abgeschlossen werden sowie
  • angemessen sein.

Werden diese Anforderungen nicht erfüllt, qualifiziert die Finanzverwaltung die Vergütungen in verdeckte  Gewinnausschüttungen um und erhöht den körperschaft- und gewerbesteuerpflichtigen Gewinn der GmbH. Gleichzeitig wird der Lohnsteuerabzug beim Geschäftsführer rückgängig gemacht und die Zahlungen als Kapitaleinnahmen der 25-prozentigen Abgeltungsteuer unterworfen.

Gehaltserhöhungen müssen rechtzeitig geplant werden

Alle Gehaltserhöhungen, Vereinbarungen über Weihnachts- und Urlaubsgeld, Tantiemen oder eine Pensionszusage müssen den strengen Anforderungen genügen. Die Gehaltserhöhung mindert erst ab dem Zeitpunkt der Vereinbarung den Gewinn der GmbH. Ein Weihnachtsgeld wird während des ganzen Jahres verdient, d. h. monatlich in Höhe von einem Zwölftel. Wird es beispielsweise erst im Juli vereinbart, wirkt sich nur die Hälfte des Jahresbetrages steuermindernd aus.

Nur angemessene Tantiemen werden steuerlich anerkannt

Tantiemen orientieren sich meist am Jahresüberschuss. Eine Gewinntantieme darf maximal 50 % des Jahresüberschusses vor Steuern und Tantiemen betragen, ansonsten ist sie nicht angemessen. Falls es mehrere Geschäftsführer gibt, dürfen die Tantiemen insgesamt die 50-Prozent-Grenze nicht übersteigen. Auch ein hoher persönlicher Einsatz reicht nicht aus, um eine höhere Tantieme zu rechtfertigen. Lediglich bei einer neu gegründeten GmbH kann für die ersten fünf Jahre ausnahmsweise eine höhere Gewinntantieme vereinbart werden. Tantiemen, die sich am Umsatz bemessen, werden meistens nicht anerkannt. Sie dürfen ausnahmsweise gezahlt werden, wenn sie zeitlich und betragsmäßig begrenzt sind und das Unternehmen neu gegründet wurde oder gerade expandiert. Nicht zulässig ist es, nur eine Tantieme zu vereinbaren und gar kein monatliches Gehalt zu zahlen. Vielmehr muss eine Gesamtvergütung so ausgestaltet werden, dass sie sich zu mindestens 75 % aus einem Festgehalt und höchstens 25 % aus einer Tantieme zusammensetzt.

(Stand: 09.05.2016)

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