Änderungen in der Gewinnermittlung nach § 13a EStG

 

 

Der Gesetzgeber hat bei der sogenannten Gewinnermittlung nach Durchschnittssätzen einige Modifizierungen vorgenommen. Diese gelten bei abweichendem Wirtschaftsjahr ab 01.07.2015, bei Wirtschaftsjahr = Kalenderjahr ab 01.01.2015.

Der Gewinngrundbetrag, der bisher in Abhängigkeit vom Einheitswert festgesetzt wurde, beträgt nunmehr einheitlich € 350,00 pro ha. Neu hinzu kommt ein Zuschlag für Tier­haltung in Höhe von € 300,00 pro Vieheinheit, der jedoch erst ab der 26. Vieheinheit vorzunehmen ist.

Zur Erfassung der Sondernutzungen wurde die beigefügte Tabelle erstellt. Der Betrieb kann seinen Gewinn nach § 13a EStG ermitteln, solange die Grenzen in Spalte 2 nicht überschritten werden, z.B. 0,66 ha Weinbau. Wird auch die Grenze in Spalte 3, z.B. 0,16 ha Weinbau, nicht überschritten, erfolgt kein Gewinnzuschlag. Darüber wird ein pauschaler Gewinnzuschlag von € 1.000,00 vorgenommen.

Bei Vermietung und Verpachtung von Wirtschaftsgütern des land- und forstwirt­schaftlichen Betriebsvermögens sind die vollen Bruttoeinnahmen als Gewinnzuschlag zu erfassen. Damit in Zusammenhang stehende Kosten dürfen nicht abgezogen werden.

Wie bereits bisher sind weiterhin Gewinne aus der Veräußerung oder Entnahme von Grund und Boden sowie Gebäuden zu erfassen. Künftig sind auch Gewinne aus der Veräußerung von immateriellen Wirtschaftsgütern (z.B. Lieferrechte) und Beteiligungen (z.B. Genossenschaftsanteile) zu erfassen. Zum Nachweis der Anschaffungskosten, die im Veräußerungsfall abgezogen werden können, sind die vorgenannten Wirtschaftsgüter in entsprechende Verzeichnisse aufzunehmen, die elektronisch an das Finanzamt zu übermitteln sind.

Wichtigste Neuregelung: Veräußerungen oder Entnahmen des übrigen Anlage­vermögens, z.B. Maschinen oder Zuchtstuten, sind als Zuschlag zu erfassen, wenn der Bruttoerlös inklusive Umsatzsteuer für das jeweilige Wirtschaftsgut mehr als € 15.000,00 betragen hat. Der Buchwert, der im Einzelfall zu ermitteln ist aus den historischen Anschaffungskosten abzüglich fiktiver Abschreibungsbeträge laut Abschreibungstabelle kann gewinnmindernd abgezogen werden.

Hier gilt die Empfehlung, geplante Veräußerungen vor dem 01.07.2015 (Lieferdatum/Besitzübergang ist maßgebend) und damit zuschlagsfrei vorzunehmen.

Neu aufgenommen wurde ein Zuschlag für dem Grunde nach gewerbliche Tätigkeiten, die aufgrund Unterschreitens der Drittelumsatzgrenze noch zur Landwirtschaft gerech­net werden können, also der Handel mit Zukaufprodukten sowie Dienstleistungen gegenüber Landwirten und Nichtlandwirten. Hier sind zukünftig die vollen Einnahmen zu erfassen und um einen pauschalen Betriebsausgabenabzug von 60 % zu mindern.

Im Gegenzug entfällt der bisherige Zuschlag für Dienstleistungen gegenüber Nichtland­wirten. Dies bedeutet, dass zukünftig kein Zuschlag mehr für Einnahmen aus Pensionspferdehaltung vorgenommen werden muss. Vielmehr ist dieser mit dem oben genannten Gewinngrundbetrag abgegolten.

Bisher waren die verausgabten Schuld- und Pachtzinsen gewinnmindernd anzusetzen. Zukünftig sind diese ebenfalls mit dem Grundbetrag abgegolten und nicht mehr gesondert anzusetzen.

Bei Fragen zu Ihrer individuellen Situation stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

(Stand: 29.06.2015)

Wir sind gerne für Sie da

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