Rundschreiben zum Jahresende 2017

Aktuelle Informationen für unsere Mandanten

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

ein schwieriges und auch ereignisreiches Jahr 2017 geht zu Ende. Bestimmte Ereignisse, wie die verheerenden Spätfröste im April, die Unwetter im Juni und Juli mit Überflutungen oder im Oktober die Orkane Xavier und Herwart, werden noch lange in Erinnerung bleiben.

Die Bundestagswahl 2017 liegt nunmehr schon fast 3 Monate hinter uns. Nach dem Scheitern der Jamaika Verhandlungen ist eine Regierungsbildung völlig offen. Die nächsten Wochen werden zeigen, ob Deutschland weiterhin von einer Großen Koalition regiert wird.

Aufgrund der langwierigen Regierungsbildung ruht die steuerliche Gesetzgebung zur Zeit.

Im Frühjahr 2018 haben wir eine Mandantenveranstaltung zum Thema osteuropäische Saisonarbeitskräfte geplant. Hierzu werden wir Sie mit gesondertem Schreiben einladen.

Wir danken Ihnen für Ihr Vertrauen und wünschen Ihnen, auch im Namen unserer Mitarbeiter, ein besinnliches und erholsames Weihnachtsfest und ein erfolgreiches Neues Jahr.

Ihre landwirtschaftliche Buchstelle Koblenz

AGRAR-DIENST
Steuerberatungsgesellschaft mbH

Thiemann
Steuerberater
Sody
Steuerberater
Retzmann
Steuerberater

1. Gesetzlicher Mindestlohn

Die Übergangszeit in der Land- und Forstwirtschaft sowie im Gartenbau mit einem Mindestlohn von € 9,10 endet zum 31.12.2017.

Ab dem 1. Januar 2018 gilt für Arbeitnehmer in der Land- und Forstwirtschaft der allgemeine Mindestlohn von € 8,84.

2. Zusatzversorgungswerk für Arbeitnehmer in der Land- und Forstwirtschaft

Die Zusatzversorgungskasse für Arbeitnehmer in der Land- und Forstwirtschaft (ZLA) gewährt aus Bundesmitteln eine Ausgleichsleistung zur gesetzlichen Rente für ehemalige land- und forstwirtschaftliche Arbeitnehmer. Gesetzliche Grundlage ist das Gesetz über die Errichtung einer Zusatzversorgungskasse für Arbeitnehmer in der Land- und Forstwirtschaft (ZVALG).

Betriebe, die der landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft angehören, sind verpflichtet, für ihre rentenversicherungspflichtig beschäftigten Arbeitnehmer und Auszubildenden (Ausnahme Elternlehre) einen monatlichen Beitrag von € 5,20 zu entrichten. Dieser Beitrag ist auch dann zu entrichten, wenn in einem Monat keine durchgehende Beschäftigung vorgelegen hat. Es ist nicht maßgebend, welche Art der Beschäftigung im Betrieb ausgeübt wird. Auch für
Mitarbeiter/-innen, die nicht landwirtschaftliche Tätigkeiten (z. B. Buchhalter, Schlosser usw.) ausüben, besteht Beitragspflicht.

Beitragspflichtig sind Monate, in denen NICHT beitragspflichtig sind Monate, in denen
  • eine rentenversicherungspflichtige Tätigkeit ausgeübt wurde
  • Krankengeld von der Krankenkasse bezogen wurde
  • eine Lohnfortzahlung wegen Krankheit erfolgt ist
  • Leistungen vom Arbeitsamt (z. B. Arbeitslosengeld, Arbeitslosenhilfe, Vorruhestandsgeld) bezogen wurden
  • ein befristetes Arbeitsverhältnis über 6 Monate hinaus bestanden hat (auch ABM-Maßnahmen oder Maßnahmen gemäß LKZ-Ost)
  • Leistungen vom Sozialamt bezogen wurden
  • befristete Arbeitsverhältnisse innerhalb von 2 Jahren für mindestens 12 Monate bestanden haben
  • der Verdienst unter der Geringfügigkeitsgrenze gelegen hat und keine eigenen Rentenversicherungsbeiträge gezahlt wurden
  • Wehr- oder Zivildienst im Anschluss an eine Beschäftigung in der Land- und Forstwirtschaft geleistet wurde
  • Mutterschafts- bzw. Erziehungsgeld bezogen wurde
  • eine geringfügige Beschäftigung mit Rentenversicherungspflicht ausgeübt wurde
  • neben der Beschäftigung eine Rente bezogen wurde und keine eigenen Rentenbeiträge mehr abgeführt wurden (nur noch der Arbeitgeberanteil wurde gezahlt)
  • ein befristetes Arbeitsverhältnis unter 6 Monaten bestanden hat (Ausnahme siehe oben, wenn innerhalb von 2 Jahren für mind. 12 Monate ein Beschäftigungsverhältnis bestanden hat)

Die Leistungsansprüche und -voraussetzungen finden Sie auf der Homepage der landwirtschaftlichen Sozialversicherung, www.svlfg.de.

3. Verfahrensdokumentation nach GoBD

Die Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff (GoBD) regeln die formalen Anforderungen an die Buchführung.

Die Verfahrensdokumentation nach GoBD dient dazu, nachweisen zu können, dass die Anforderungen für die Erfassung, Verbuchung, Verarbeitung, Aufbewahrung und Entsorgung von Daten und Belegen erfüllt sind.

Umfang und Aufbau einer Verfahrensdokumentation sind nicht vorgeschrieben. Qualitativ ausreichend und vollständig ist die Verfahrensdokumentation, wenn ein unabhängiger Dritter auf Basis der Verfahrensdokumentation den ordnungsgemäßen Einsatz der Lösung überprüfen kann.

Nachfolgend haben wir Ihnen ein Musterblatt für eine Verfahrensdokumentation beigefügt. Dieses Musterblatt ist sehr umfangreich und muss für den Einzelfall abgestimmt werden.

Das Muster wirkt auf den ersten Blick abschreckend und kann sicher nicht als Beitrag zum Bürokratieabbau bezeichnet werden.

Es ist aber zu besorgen, dass die Finanzverwaltung in einigen Jahren auch in der Landwirtschaft fehlende Verfahrensdokumentationen zum Anlass von Zuschätzungen nimmt.

Es bleibt hier nur zu hoffen, dass die Suppe nicht so heiß gegessen wird, wie sie gekocht wurde.

Sofern Sie von den im Rundschreiben angesprochenen Themen betroffen sind, stehen wir Ihnen für eine individuelle Beratung gerne zur Verfügung.

 

 

Muster

 

Verfahrensdokumentation vom Datum

 

Name

 

 

Beschreibung aller zum Verständnis der Buchführung erforderlichen Abläufe unter Berücksichtigung von Hardware, Software, Daten und Dokumenten

 

 

I. Beschreibung der Hardware

 

II. Kassenbehältnisse

· Zahl, Ort und Art (Geldkassette, Tresor, Kaffeekasse/Botenkasse)?

 

Kassenbehältnis (Art)

Ort

Geldkassette

Anmeldung

 

III. Beschreibung der Software (wie ausgeliefert) – zuständig: Softwarehersteller

· Einzelplatzlösung, Serverlösung, Web-Applikation, Anzahl der Lizenzen?

· Liste der Software-Updates und Dokumentation der Änderungen?

· Bedienungsanleitung und deren Änderungshistorie

· Schnittstelle für Finanzverwaltung: Welche Daten werden beim Datenexport ausgegeben?

· Schnittstelle zum Steuerberater?

· Erfolgt eine tägliche Festschreibung der Daten (automatisch/manuell), sind Änderungen/Stornos nachvollziehbar?

 

Information

Version

Datum

Form

Bedienungsanleitung

2.1.0

ab 01.01.2015

Print

Liste Softwareupdates

9.2

Vom 02.5.2017

www.beispiellink.de

 

IV. Einstellungen und Individualisierung der Software

· Genutzte Module bzw. abgeschaltete/nicht genutzte Module (Rechnung/Faktura, Kassenbuch, Einkauf, Zeiterfassung Mitarbeiter, Finanzbuchhaltung, Lohnbuchhaltung)?

· Stammdaten (Adressen, Preise, Steuersätze usw.) und deren Änderungen (Jede Änderung der Abrechnungsgrundlagen bzw. Preisänderungen in den Stammdaten gelten als in der Historie zu dokumentierende Umprogrammierung.)

· Einstellungen in Bezug auf Gutscheine, Rabatte/Boni, Sonderpreise, Inventurwertermittlung usw.

 

 

 

 

V. Aufgaben, Schnittstellen, Zuordnung und Ablage von Belegen (papierhaft und digital)

Welche Person soll was und wann tun?

· Wareneingang (Lieferschein, Scannen von Ware, Kommissionierautomat)

· Kasse (Tagesabschluss, EC/Kreditkarte, Eigenbelege für Einlagen und Entnahmen, Zählprotokoll)?

· Faktura (fortlaufende Nummerierung, wie und wo wird dokumentiert, dass Rechnungen storniert wurden oder nicht eingetrieben werden bzw. Testrechnungen oder Null-Rechnungen sind?/Vollständigkeit der Abrechnung: Gibt es Leistungen ohne Rechnungsnachweis?)

· Kostenlose Leistungen für Verwandte, Freunde und Mitarbeiter

· Ggf. Ausgabe und Empfangnahme von Gutscheinen

· Inventur (Ausdruck der Abhakliste, Kommissionierautomat) – nur bei Bilanzierern

· Datensicherung und Datenarchivierung

- Automatisch oder manuell zu initiieren?

- Art (z. B. Festplatte, Cloud – wo liegen die Daten)?

- Umfang, werden Dokumente (z. B. Scans) ebenfalls gesichert?

- Turnus der Sicherung (z. B. täglich)?

- Dokumentation der Sicherung

· Papier ersetzendes Scannen

- Welche technischen Voraussetzungen zum Scannen werden genutzt?

- Welche Scaneinstellungen sind bei welchen Dokumenten zu nutzen?

- Wer darf scannen?

- Zu welchem Zeitpunkt wird gescannt?

- Was wird gescannt?

- Wann ist die bildliche oder inhaltliche Übereinstimmung mit dem Original erforderlich?

- Auf welchen Datenpfad und Ordner wird gescannt?

- Wie erfolgt die Qualitätskontrolle auf die Lesbarkeit und Vollständigkeit der gescannten Dokumente?

- Wie sind Fehler zu protokollieren?

 

VI. Internes Kontrollsystem (IKS)

Wie wird sichergestellt, dass die Verfahrensdokumentation eingehalten wird und Mitarbeiter richtig vorgehen?

· Rechtekonzept, Zugangsbeschränkungen?

· Wer kontrolliert und wie häufig?

· Art und Weise der Kontrolle (z. B. Vier-Augen-Prinzip)

· Werden Kontrollen dokumentiert?

(Stand: 20.12.2017)

Wir sind gerne für Sie da

AGRAR-DIENST
Steuerberatungsgesellschaft mbH

Rizzastraße 51
56068 Koblenz Rheinland-Pfalz Deutschland

Tel.: Work(0261) 9124200
Fax: Fax(0261) 9124244 AGRAR-DIENST Koblenz
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